Von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit: Das Beispiel der Tiefen Hirnstimulation (THS)

BMBF ELSA (Ethical, Legal and Social Aspects) Forschungsverbund Wissenstransfer [mehr]

Laufzeit des Verbunds: Oktober 2013 – September 2016.


Das Projekt zielt auf die Analyse des wissenschaftlichen Diskurses über THS, des Wissenstransfers sowie der Variablen, die diesen Prozess beeinflussen. Die Untersuchung soll nicht nur dazu beitragen, besser zu verstehen, wie komplexes, fachspezifisches Forschungswissen innerhalb und ausserhalb der Fachgrenze verbreitet, aufgenommen, verstanden und missverstanden wird, sondern auch ganz konkret dazu dienen, Strategien zur Verbesserung dieses Wissenstransfers zu entwickeln. Die Vermittlung im wissenschaftlichen Expertendiskurs über dessen öffentlich-mediale Darstellung bis zur popkulturellen und individuellen Rezeption soll in drei Teilprojekten untersucht werden. Jedes der Teilprojekte fokussiert dabei auf einen anderen Aspekt dieses Transfers.

 

 

 

 
Teilprojekt 1: Die tiefe Hirnstimulation: Rekonstruktion des Wissenstransfers von der scientific community in die Öffentlichkeit.


In diesem Teilprojekt werden sowohl wissenschaftliche als auch öffentliche Diskurse mit einem ethisch-historischen Ansatz untersucht.
Als Ausgangspunkt wird zunächst die Entwicklung der THS wissenschaftshistorisch nachgezeichnet und dann die Diskussion um Wirksamkeit, Anwendungsmöglichkeiten, Kontraindikationen und ethische Fragestellungen analysiert, wie sie innerhalb der scientific community bis jetzt geführt wurde. Die Untersuchung stützt sich hier auf Quellen unterschiedlicher Provenienz: Neben medizinischen Publikationen und Experteninterviews werden beispielsweise auch Entscheidungen über Forschungsförderungen in die Rekonstruktion des wissenschaftlichen Diskurses einbezogen.
Neben diesem wissenschaftsinternen Diskurs wird aber auch die Diskussion um die THS in der deutschen Öffentlichkeit untersucht. Hier liegt der Schwerpunkt auf allgemein-journalistischen Print-Medien, Rundfunk- und Fernseh-Beiträge sowie auf patientenorientiertem Informationsmaterial. Indem abschließend beide Diskurse – der der scientific community und der der breiten Öffentlichkeit – in ihrer zeitlichen Entwicklung vergleichend nebeneinander gestellt werden, lassen sich Erfolge, Schwierigkeiten und Missverständnisse verstehen und verdeutlichen. So kann das Projekt dazu beitragen, gelungene Kommunikationsstrategien zu bestätigen, Potentiale für Verbesserungen zu erkennen und Missverständnisse zu vermeiden.