QB2-Hauptvorlesung: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
 
Dozent: Professor Urban Wiesing
Zeitraum: 24.10. - 28.10.2016, 8.00 - 9.30 Uhr, 
02.11. - 04.11.2016, 8.15 - 9.45 Uhr, jeweils Großer Hörsaal, Medizinische Klinik
 
Die Vorlesung bietet eine Einführung in wichtige Fragestellungen aus dem Bereich Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (Querschnittsbereich 2). U. a. werden folgende Themen behandelt: Grundlagen der Medizinethik, ärztliches Ethos, Arzt-Patient-Verhältnis; rationale und irrationale Konzepte der Medizin; Medizin in der Antike, der Renaissance und dem 17. -20. Jahrhundert; Geschichte der Psychiatrie und Psychoanalyse sowie des Gesundheitswesens; Medizin im Nationalsozialismus, Humangenetik, Reproduktionsmedizin, Sterbehilfe und Therapiebegrenzung, Mittelverteilung im Gesundheitswesen.
 
 
 
QB2-Seminar:Ethische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs
 
Dozent: Prof. Urban Wiesing
Vorbesprechung: 06.12.2016, 18.00 Uhr, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Gartenstr. 47, Seminarraum EG
Zeitraum: 23.01.-27.01.2017 16.15-18.00 Uhr.
 
Das Seminar versucht zunächst, die medizinischen und rechtlichen Fakten zum Schwangerschaftsabbruch aufzuzeigen. Danach seien die verschiedenen Positionen zum Schwangerschaftsabbruch untersucht, insbesondere die Position der christlichen Kirchen, der Frauenbewegung und der Liberalen. Es soll gezeigt werden, auf welch unterschiedlichen Ebenen die einzelnen Argumente ansetzen und wo die ausschlaggebenden Differenzen liegen
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit
 
 
 
QB2-Seminar: Die Geschichte der evidenzbasierten Medizin
 
Dozentinnen: Irene Poczka, Oonagh Hayes
Vorbesprechung 20.10.2016, 18.00 Uhr s.t. (obligatorisch).
Zeitraum: Dienstag 15.11. bis Freitag 18.11., von 16.30 bis 19.00 Uhr.
Ort: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Bereich Geschichte der Medizin, Goethestrasse 6, Seminarraum, 1. OG.
 
Seit den 1990er Jahren hat sich das Konzept der evidenzbasierten Medizin (EBM) als Grundlage zur Bewertung medizinischer Verfahren und Therapien durchgesetzt. In dem Seminar wollen wir uns mit der Geschichte von EBM beschäftigen. Welche Ereignisse und Umstände haben seit den 1970er Jahren zu dem Erfolg des Konzepts beigetragen? Dazu wollen wir uns auch ansehen, wie EBM Forschung und Praxis verändert hat.
 
Die Bereitschaft, Sekundärliteratur in englischer Sprache zu lesen, wird erwartet. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, informieren Sie uns bitte über besondere Bedürfnisse, deren Berücksichtigung zu Ihrer erfolgreichen Teilnahme am Seminar beitragen kann.
 
 
QB2-Seminar: Tierethik und Tierversuche
 
Dozent: Dr. Gardar Arnason
Vorbesprechung: 14.12.2016, 16.00 Uhr (obligatorisch)
Zeitraum: 16.01.-20.01.2017
 
Veranstaltungsort: Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Gartenstr. 47, Seminarraum
In diesem Seminar geht es um die ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen. Zur Einleitung wird zuerst die Geschichte der Debatte kurz dargestellt, dann werden grundlegende tierethische Auffassungen diskutiert. Ob wir Tiere zu Forschungszwecken nutzen können, hängt teilweise davon ab, welchen moralischen Status Tiere haben. Haben Tiere Rechte? Haben Tiere Interessen, die vergleichbar sind mit menschlichen Interessen? Welche Kriterien sind überhaupt entscheidend für den moralischen Wert von Tieren? Wenn wir uns eine philosophisch-ethische Grundlage in der Tierethik erarbeitet haben, werden wir die wichtigsten Argumente der Gegner und Befürworter von Tierversuchen analysieren und bewerten.
 
 
QB2-Seminar: Die "Front der Ärzte". Medizin in den Weltkriegen.
 
Dozent: Dr. Richard Kühl
Vorbesprechung: Mo, 12. Dezember 2016, 18 Uhr im Seminarraum, Goethestr. 6 (Teilnahme obligatorisch!)
Zeit: Sa, 14. Januar 2017; Sa, 21. Januar 2017 jeweils von 10-15 Uhr
Ort: Institut für Ethik u. Geschichte, Goethestr. 6 im Seminarraum
 
Die Veranstaltung untersucht die Rolle deutscher Mediziner im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum des Interesses stehen die Praxis der Krankenversorgung im zivilen wie im militärischen Raum sowie die Nutzung des Krieges für militärmedizinische Forschung.
Herausgearbeitet werden sollen Spezifika der kriegsideologischen "Front der Ärzte" im "Zeitalter der Extreme". Wie veränderte sich ärztliches Denken und Handeln unter den Bedingungen der "Totalisierung" des Krieges? Welche mentalitätshistorische Umbrüche und Kontinuitätslinien lassen sich über den Vergleich der deutschen Wehrmedizin in beiden Weltkriegen benennen? Neben diesen erkenntnisleitenden Fragestellungen werden in der Veranstaltung methodische Fragen der Quellenkritik und der Umgang mit medizinhistoriographischer Forschungsliteratur behandelt.
 
 
QB2-Seminar: Freud und seine Zeit
 
Dozent: PD Dr. Henning Tümmers
Vorbesprechung (obligatorisch): 18.10.2016, 19.00 Uhr, Institut für Geschichte der Medizin, Goethestraße 6, Seminarraum
Zeitraum: 21.-25.11.2016, jeweils 18.15-19.45 Uhr
Ort: Institut für Geschichte der Medizin, Goethestraße 6, Seminarraum
 
Das Seminar ist als Einführung in die Geschichte der Psychoanalyse konzipiert. Sein Ziel besteht in der Historisierung von Sigmund Freuds Theorie- und Therapieangeboten, die vor dem Hintergrund der Moderne im 19. und 20. Jahrhundert analysiert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage nach der damaligen Attraktivität der Psychoanalyse und der Konstruktion des „Mythos Freud“. Methodisch bedient sich das Seminar der historischen Quellenanalyse: Zentrale Werke Freuds werden ebenso quellenkritisch untersucht wie spätere historische Darstellungen über den „Erfinder“ der Psychoanalyse. Aufgrund dieser Quellengrundlage wird die Bereitschaft zur Lektüre längerer Texte vorausgesetzt.
 
 
QB2-Seminar: Das medizinische Streben nach Unsterblichkeit

Dozent: PD Dr. Hans-Jörg Ehni
Vorbesprechung: Pflicht: 25.10.2016, 18 Uhr im Institut
Zeitraum 5.-9.12.2016,16-18.00 Uhr (c.t.)
Ort: Seminarraum, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Gartenstr. 47
 
 
QB2-Seminar: Dick, dicker, krank! Ethische Aspekte der Adipositas
 
Dozentin: Dr. Zoé Rheinsberg
Vorbesprechung: 24.10.2016, 18.00 Uhr, Gartenstr. 47, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Seminarraum
Zeitraum: 07.11.-11.11.2016, 16.00 -18.00 Uhr
 
Übergewicht und Adipositas werden von nationalen und internationalen Institutionen als eine der wichtigsten Herausforderungen im Bereich Gesundheit bewertet. Steigende Zahlen von Betroffenen und die befürchtete Überlastung der Gesundheitssysteme sorgen für lebhafte Debatten über das angemessene Vorgehen. In diesem Spannungsfeld werden zahlreiche ethische Probleme aufgeworfen.
Den Teilnehmenden dieses Seminars stellen sich folgende Fragen: Ist die Ernährungsindustrie schuld daran, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind? Dürfen Schönheitsideale zur Norm des Gesunden werden? Wer trägt die Folgekosten? Ist Adipositas eine Krankheit? Als Basis lernen die Studierenden verschiedene Krankheitskonzepte kennen.
Dann werden mittels verschiedener Methoden (Lektüre wissenschaftlicher und anderer Texte, Referate, Analyse verschiedener medialer Elemente, Diskussionen) die genannten (und auch andere relevante) Fragen kritisch beleuchtet.
Anhand des Beispiels Adipositas soll den Studierenden ein kritisches Verständnis des für die Medizin zentralen Krankheitsbegriffs sowie ein Grundverständnis medizinethischer Fragestellungen vermittelt werden.
 
 
QB2-Seminar: Ethische Fragen der assistieren Reproduktion – mit einem Fokus auf deren dokumentarische mediale Aufbereitung
 
Dozentin: Dr. Selma Kadi
Vorbesprechung: 18.10.2016, 18.00 Gartenstr. 47, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Seminarraum
Zeitraum 21.11.2016 – 25.11.2016, 16.00 – 18.00 Uhr
 
Mehr als 30 Jahre nach der Geburt von Luise Brown werden assistierte Reproduktionstechnologien (ART) weltweit eingesetzt. In Deutschland wurden 2014 mehr als 80.000 Behandlungen mit der In-vitro Fertilisation und ähnlichen Methoden durchgeführt. Zusätzlich zur Behandlung bestehender Infertilität werden diese zunehmend auch mit dem Ziel des Fertilitätserhalts (z.B. vor einer Krebstherapie oder als 'social freezing') eingesetzt. Neueste Methoden der Genomchirurgie (CRISPR/Cas9), deren Einsatz gesetzlich eingeschränkt ist, eröffnen weitere Möglichkeiten.
Das Seminar behandelt fünf Schwerpunkte:
(1) Die Kinderwunschbehandlung als Beispiel für technisch-wissenschaftlichen Fortschritt
(2) Informierte PatientInnen auf dem Markt der ART: Erfolgsdefinitionen und Patienteninformation
(3) ART als globales Phänomen
(4) Geschlechterverhältnisse und ART: Perspektiven im Wandel?
(5) Sexualität und Zugang zur Kinderwunschbehandlung
Die ethischen Fragen werden im Seminar anhand ausgewählter wissenschaftlicher Texte, Dokumentarfilme und Radiodokumentationen zur Kinderwunschbehandlung diskutiert. Zu den einzelnen Schwerpunkten werden Gruppenreferate vergeben.
 
Lernziele:
Erwerb von Kenntnissen zu den ethischen Herausforderungen der assistierten Reproduktion
Fähigkeit, ethische Fragen der assistierten Reproduktion unter Verwendung wissenschaftlicher Literatur und anhand von Beispielen ihrer dokumentarischen medialen Aufbereitung zu diskutieren
Regelmäßige Teilnahme; Bereitschaft zum Lesen deutsch- und englischsprachiger Texte; Ansehen eines Dokumentarfilms oder Anhören einer Radiodokumentation; Vorbereitung und Präsentation eines Referats, schriftliche Ausarbeitung des Referatsthemas;
Franklin, S. (2013) Biological relatives. IVF, stem cells, and the future of kinship. Durham: Duke University Press.
Hölzle, C., und U. Wiesing (1991) In-vitro-Fertilisation - ein umstrittenes Experiment. Berlin: Springer-Verlag.
Kadi, S. und U. Wiesing (2015) Entscheidung ohne Information? Die Darstellung von Erfolg und Misserfolg der IVF und angrenzender Methoden auf den Websites deutscher IVF-Zentren Geburtshilfe und Frauenheilkunde 75 (12): 1258-1263
Koch, L. und J. Morgall (1987) Towards a feminist assessment of reproductive technology Acta Sociologica 30(2): 173-191.
Simoes, E., S. Bauer und F. W. Schmahl (2003) Register als Methode der Qualitätsförderung. Eine Untersuchung am Beispiel der Reproduktionsmedizin. Gesundheitswesen 65: 516-525.
Silva, S. und H. Machado (2010) Uncertainty, risks and ethics in unsuccessful in vitro fertilisation treatment cycles Health, Risk & Society 12(6): 531-545.
 
 
QB2-Seminar: Person uns Selbst. Philosophische Konzepte und ethische Implikationen in Psychiatrie und klinischen Neurowissenschaften.
 
Dozentin: Katrin Esther Lörch-Merkle
Vorbesprechung: Dienstag, 10.01.2017, 18 Uhr
Zeitraum:
 
Block 1:
Freitag, 03.02.2017, 14-20 Uhr
Samstag, 04.02.2017, 9-18 Uhr

Block 2:
Freitag, 10.02.2017, 14-20 Uhr
Samstag, 11.02.2017, 9-18 Uhr
 
Veranstaltungsort: Forum Scientiarum
 
Im Seminar werden prominente Theorien der Person und des Selbst vorgestellt, ihre Praxisrelevanz bleuchtet sowie die daraus folgenden zentralen (medizin)ethischen Fragestellungen kritisch diskutiert und anhand einer Untersuchung von phänomenologischen Ansätzen in Psychiatrie und klinischen Neurowissenschaften konkretisiert. So werden einerseits zentrale philosophische Konzepte (wie u. a. Embodiment, Subjektivität, Handlungsfähigkeit) erörtert, wie auch deren medizinisch relevanten Implikationen, bzw. konkrete Anwendungsbezüge im Rahmen etwa von psychologischen „Funktionsstörungen“, Psychopathologien und schweren Geisteskrankheiten samt der sich daraus ergebenden ethischen Fragestellungen untersucht.
Damit versteht sich die Veranstaltung sowohl als eine Einführung in die Philosophie der Person als auch in die Medizinethik.
 
 
QB2-Seminar: 1000 Tode: Sterben und Tod in der Moderne
 
Dozent: Dr. Daniel Becker
Vorbesprechung:13.12.2016, 16.00 Uhr, obligatorisch
Zeitraum: 16.01.-20.01.2017, 16.00 – 18.00 Uhr, Seminarraum Goethestr. 6
 
Einstellungen zu Sterben und Tod entstehen aus einem reziproken Verhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt. Es ist eng verbunden mit dem gesellschaftlich verankerten Bild von Mensch und Natur. Das Ende des Lebens und der Tod stellen somit eine besondere Rolle im Wandel des Verhältnisses von Individuum, Gesellschaft und Natur dar und prägen in eklatanter Weise die Entwicklung des menschlichen Selbstverständnisses.
In diesem Seminar sollen verschiedene Arten und Vorstellungen über das Sterben und den Tod behandelt werden, welche zu einem besseren Verständnis des gesellschaftlichen aber auch medizinischen Umgangs mit dem Prozess Sterben und dem Phänomen Tod führen sollen.
 
Voraussetzungen: die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte ist Voraussetzung
 
 
Klinisches Wahlfach: Frontiers in Neuroethics
 
Dozent: Prof. Dr. Jens Clausen
Termin: nach Vereinbarung
 
Die Neuroethik ist eine noch junge Reflexionsdisziplin, die ethische, theoretische, historische und gesellschaftliche Aspekte der Neurowissenschaften thematisiert. Dabei entwickelt sie sich etwa genau so schnell wie die Neurowissenschaften selbst. In dieser Veranstaltung stellen die Teilnehmenden in Absprache mit dem Dozenten selbstgewählte Themen vor und diskutieren sie mit den anderen.
 
Anmeldung mit einer kurzen Darstellung der Motivation zu dieser Veranstaltung bitte direkt an den Dozenten per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

Kursus der Medizinischen Terminologie
Dienstag und Mittwoch, jeweils 11:15-12:45
Kurse 1, 2 & 5 Semesterwoche 1-8
Kurse 3 & 4 Semesterwoche 9-15
 
 
Forschungskolloquium:
Mi 19.15 – 20.45 Uhr, Goethestr. 6; Programm s. Aushang und individuelle Einladung
Anmeldung beim Dozenten: richard.kuehl@uni-tuebingen.d