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Ethik der Alternsmedizin

Verschiedene aktuelle Entwicklungen lassen eine ethische Auseinandersetzung mit Fragen der Alternsmedizin als besonders dringend geboten erscheinen. Dazu gehören insbesondere der demographische Wandel und alternsbezogene medizinische Innovationen. Gegenwärtig wächst von allen Altersgruppen in den Industriestaaten diejenige der über 80jährigen am schnellsten und Prognosen besagen, dass weltweit die Gruppe der über 65jährigen von 249 Millionen in 2000 auf ca. 690 Millionen in 2030 anwachsen wird. Häufig wird die Altersstruktur der Bevölkerung als ein Hauptfaktor der Kostensteigerung im Gesundheitswesen betrachtet, vor allem in Kombination mit der Entwicklung von technologischen Innovationen. Solche Innovationen im Bereich der Alternsmedizin werden gegenwärtig durch neue Erkenntnisse in Medizin und Biologie in Aussicht gestellt, die den Alternsprozess zumindest als flexibel und beeinflussbar erscheinen lassen. Während sich die Experten aus den verschiedenen medizinischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen noch darüber streiten, wie realistisch bestimmte Ziele und tatsächliche Szenarien sind (Morbiditätskompression, verlangsamtes Altern, angehaltener und umgekehrter Alternsprozess bis zur Unsterblichkeit), kommt in diesem Fall die ethische Bewertung noch der Anwendung der entsprechenden technischen und medizinischen Möglichkeiten zuvor. Eine ethische Analyse, kritische Bestandsaufnahme und Evaluation der zu erwartenden immensen Auswirkungen auf den Einzelnen, die Gesellschaft und die Medizin gehört folglich zu den wichtigen aktuellen Aufgaben der Medizinethik.

Ansprechpartner: Georg Marckmann, Hans-Jörg Ehni

Projekte:

Zu den ethischen Grenzen einer präferenzorientierten Medizin. Eine interdisziplinäre Analyse am Beispiel der Anti-Aging-Medizin

Die individuellen, sozialen und gerechtigkeitsrelevanten Implikationen von altersbezogenen biomedizinischen Innovationen [Link zur Projektseite]

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 15. April 2008 )