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Gerhard Fichtner, Ilse Grubrich-Simitis, Albrecht Hirschmüller unter Mitwirkung von Wolfgang Kloft  [Hg.]: Sigmund Freud – Martha Bernays: Die Brautbriefe, Bd. 2: „Unser ‚Roman in Fortsetzungen‘ “. Juli 1883 – Dezember 1883. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag 2013.

In Band 2 nimmt die stürmische Liebesgeschichte weiter ihren Lauf. Erneut kommt es zu Mißtrauenskrisen des noch tief unsicheren jungen Wissenschaftlers, deren Ursachen er schonungslos selbstkritisch untersucht und denen Martha mit inzwischen gewachsenem Selbstvertrauen und gestärkter Liebesfähigkeit immer umsichtiger begegnet. Im inspirierenden Dialog mit ihr beginnt Freud sich seinem späteren Forschungsfeld anzunähern, dem Seelenleben: »Ich studiere jetzt der Menschen Innerstes.« Zahlreiche Briefe des Paars enthalten meisterhafte, novellenartige Charakter- und Schicksalsskizzen von Menschen ihrer Umgebung. Gegen Ende berichtet Freud von einem Besuch der Dresdner Gemäldegalerie und gibt Martha wunderbare Bildbeschreibungen von Raffaels Sixtinischer Madonna sowie der Madonna des Basler Bürgermeisters Meyer nach Holbein. Auch in Band 2 spiegelt sich in vielen Facetten das Gesicht der Epoche: ein kostbares Zeugnis der Hochkultur des Briefeschreibens.

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Vom Sammeln, Bedenken und Deuten
in Geschichte, Kunst und Psychoanalyse
Gerhard Fichtner zu Ehren.

Herausgegeben von Ludger M. Hermanns und Albrecht Hirschmüller. Stuttgart: frommann-holzboog 2013 (Jahrbuch der Psychoanalyse, Beiheft 25).408 S., 18 Abb., davon 6 Farbabb.

14,7 x 20,8 cm. Br.
ISBN 978-3-7728-2640-5

EUR 78,-

 

Der Gedenkband für den 2012 verstorbenen Tübinger Medizin- und Psycho­analyse­historiker Gerhard Fichtner enthält vielfältige wissenschaftliche, erstmals publizierte Beiträge von Weggefährten, Freunden und Schülern und umreißt pointiert das Feld der Medizingeschichte und der Geschichte der Psychoanalyse. Eine biographische Würdigung, persönliche Erinnerungen von Peter Härtling und Wolfgang Bartelke, eine Personalbibliographie Gerhard Fichtners sowie ein vom Originalstock gedruckter Holzschnitt HAP Grieshabers bereichern den Band. – Mit Beiträgen von: Thomas Aichhorn, Eva Maria Christel, Joachim F. Danckwardt, Claudia Frank, Günter Gödde, Peter Härtling, Oonagh Hayes, Ludger M. Hermanns, Albrecht Hirschmüller, Jens Kolata, Richard Kühl, Katrin Esther Lörch-Merkle, Ulrike May, Thomas Müller, Pia Daniela Schmücker, Heinz Schott, Michael Schröter, Christfried Tögel, Henning Tümmers und Johannes Michael Wischnath.

 

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Gerhard Fichtner, Ilse Grubrich-Simitis, Albrecht Hirschmüller [Hg.]: Sigmund Freud – Martha Bernays: Die Brautbriefe, Bd. 1: „Sei mein, wie ich mir’s denke.“ Juni 1882 – Juli 1883. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag 2011.

Die Brautbriefe, die Sigmund Freud und Martha Bernays zwischen 1882 und 1886 fast täglich miteinander gewechselt haben - er in Wien, sie in Wandsbek bei Hamburg -, sind so gut wie unbekannt. Von mehr als fünfzehnhundert Schriftstücken waren bisher nur 93 Einzelbriefe Freuds veröffentlicht worden. Erst die sorgfältige Edition des ungekürzten zweistimmigen Textmassivs dieser umfangreichsten und intimsten aller Freud-Korrespondenzen eröffnet den Zugang zum Drama einer anfangs höchst konfliktreichen Liebesgeschichte, einer so streitbaren wie zärtlichen wechselseitigen éducation sentímentale sowie zur überraschenden Entdeckung, daß sich im intellektuellen Dialog der Brautleute, rund fünfzehn Jahre vor der Traumdeutung, bereits Keime der Psychoanalyse erkennen lassen. Wie nebenbei entfaltet sich vor dem Auge des Lesers ein farbenprächtiges Mosaik des Alltags- und des Universitätslebens im späten 19. Jahrhundert. Erstmals tritt Martha Bernays in Erscheinung - mit ihrem Zauber, ihrer staunenswerten Unabhängigkeit, ihrer schriftstellerischen Begabung und ihrer Verläßlichkeit, dem noch hochgradig unsicheren Bräutigam Halt zu geben. Tatsächlich konfrontieren uns Die Brautbriefe mit einem neuen, anderen Bild des späteren Begründers der Psychoanalyse: von hilfloser Armut niedergedrückt, verschuldet, zutiefst zerrissen, melancholisch, suchtgefährdet; und zugleich bezeugen sie die schon damals zupackende Originalität seines Denkens, wenn er, der Noch-Neurologe, »der Menschen Innerstes« zu studieren anfängt, sowie seine leuchtende Sprachkraft - eben jene Eigenschaften, die ihn zu einem der großen Wegbereiter der Moderne werden ließen. Im einführenden Essay skizziert Ilse Grubrich-Simitis das Universum dieses einzigartigen, insgesamt fünfbändigen Briefwechsels.

Die Bände erscheinen nacheinander voraussichtlich in jährlichem Abstand:

  • Sei mein, wie ich mir's denke (Band 1)
  • Unser ›Roman in Fortsetzungen‹ (Band 2)
  • Warten in Ruhe und Ergebung,
  • Warten in Kampf und Erregung (Band 3)
  • Spuren von unserer komplizierten Existenz (Band 4)
  • Dich so zu haben, wie Du bist (Band 5)

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Giovanni Maio, Jens Clausen, Oliver Müller (Hg.) Mensch ohne Maß? Reichweite und Grenzen anthropologischer Argumente in der biomedizinischen Ethik. Freiburg: Alber 2008.
Die moderne Medizin eröffnet immer weitreichendere Möglichkeiten, den Menschen nicht nur zu heilen, sondern ihn auch nach individuellen Wünschen zu „verbessern“. Das Gegebene braucht nicht mehr hingenommen zu werden, der Mensch macht sich zum Gestalter seiner selbst. Doch wo liegt das Maß dieses Selbstgestaltungspotentials? Was unterscheidet eine gute von einer problematischen Selbstgestaltung?

Der interdisziplinäre Sammelband untersucht, ob es aus dem Begriff des Menschseins selbst Antworten auf diese Fragen geben kann. Denn es ist die Aufgabe der Anthropologie, zu klären, welchen Begriff und welches Bild vom Menschen wir unserem Handeln zugrunde legen können. Und es gehört zu den Aufgabe der Medizinethik, die Grenzen des Handelns in der Biomedizin aufzuzeigen. Beides zusammen ermöglicht eine tiefere Einsicht in unser Selbstverständnis als Menschen angesichts rasant fortschreitender biomedizinischer Handlungsoptionen. Beides zusammen gibt Auskunft über das Maß des Menschen. Weitere Informationen finden Sie hier

 
 

Jens Clausen, Oliver Müller, Giovanni Maio (Hrsg.) Die Natur des Menschen in Neurowissenschaft und Neuroethik. Würzburg: Königshausen & Neumann 2008.
Moderne biomedizinische Techniken machen die »Natur des Menschen«  in immer stärkerem Ausmaß verfügbar. Dies gilt insbesondere für die Neurowissenschaften. Eingriffe in das Gehirn lassen zentrale Aspekte unseres Selbstverständnisses als form- und kontrollierbar erscheinen: Persönlichkeitsverändernde Krankheitssymptome scheinen gezielt »abgestellt«, Glücklichsein »hergestellt« werden zu können. Daher muss die aktuelle neuroethische Debatte um anthropologische Reflexionen ergänzt werden, in denen mögliche Grenzen der neurotechnologischen Selbstverfügung ausgelotet werden. Die ethische Verständigung darüber, was der Mensch aus sich machen kann und soll, welche Ziele es mit welchen Mitteln zu verfolgen gilt, was ein »authentisches« Leben sein kann, ist von der Frage nach dem, was der Mensch ist, nicht zu trennen – insbesondere dann nicht, wenn neurotechnologische »Verbesserungen« unseres Selbstseins zu diskutieren sind.
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Daniel Strech: Evidenz und Ethik. Kritische Analysen zur Evidenz-basierten Medizin und empirischen Ethik. Januar 2008, LIT Verlag, Eur 24,90. Dieser Band fokussiert die gegenwärtigen Kontroversen um die Evidenz-basierte Medizin auf der einen und die empirische Ethik auf der anderen Seite. Das Abhängigkeitsverhältnis von Evidenz und Ethik wird in ihrer methodisch-konzeptionellen Tiefenstruktur sowie in ihrer zunehmenden Relevanz für die medizinische und ethische Praxis systematisch verdeutlicht und kritisch analysiert. Aufbauend auf dieser Analyse werden Konzepte und Rahmengerüste erarbeitet, welche konkrete Lösungsansätze für die aufgezeigten Problembereiche bieten.
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Jens Clausen, Biotechnische Innovationen verantworten: Das Beispiel Klonen. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2006.
Die Bio- und Gentechnik löst neue Ängste und Bedrohungen aus. Wenn das Klonen durch Reproduktion genetischen Materials möglich wird, dann sind nicht nur Ärzte aufgerufen, die ethischen Bedingungen der neuen Therapien und Forschungen zu diskutieren. Mit dieser Arbeit wird durch philosophische Analyse und konkrete Bewertungskriterien mehr Klarheit geschaffen über die grundsätzliche moralische Problematik sowie über die medizinischen und juristischen Verfelchtungen
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  Friederike Waller, Hans Dierck Waller, Georg Marckmann (Hg.): Gesichter der "Heiligen Krankheit". Die Epilepsie in der Literatur.,März 2004, Klöpfer und Meyer Verlag, Eur 29,90
 Das vorliegende Buch versammelt Texte aus verschiedenen Kulturepochen, in denen sich literarische Zeugnisse der Epilepsie finden. Um den Wandel in Darstellung und Deutung der Epilepsie sichtbar zu machen, sind die Texte in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Bis zum 19. Jahrhundert findet man nur wenige Zeugnisse in Romanen und Erzählungen, so dass sich die historischen Bezüge nur unter Berücksichtigung auch nichtliterarischer Quellen nachzeichnen lassen. Nicht immer entspricht die Darstellung der an Epilepsie leidenden Menschen einem realistischen Bild der Krankheit. Seit dem 19. Jahrhundert dient die Epilepsie vor allem als literarisches Gestaltungselement zur Charakterisierung der Romanfiguren. In zwei einführenden Essays werden die literarische Verarbeitung der Epilepsie und die medizinische und sozialpsychologische Realität der Krankheit einander gegenüber gestellt.
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  U. Wiesing (Hg) und Mitarbeit von J.S. Ach, M. Bormuth und G. Marckmann: Ethik in der Medizin. Ein Studienbuch (2., überarbeitete und erweiterte Auflage), Oktober 2004, Reclam Verlag, Eur 9,60
Die zweite Auflage des vorliegenden Studienbuches wurde um eine allgemeine Einführung in die medizinische Ethik und um das Kapitel Kinderheilkunde und Jugendmedizin erweitert – bei ansonsten unverändertem Konzept. Somit umfasst der Reader die Themen, die die Akademie für Ethik in der Medizin als Lehrziele „Medizinethik im Medizinstudium“ empfohlen hat. Zudem wurden sämtliche Einführungen der Kapitel gründlich überarbeitet, einzelne Texte ausgetauscht sowie Richtlinien und Gesetzestexte aktualisiert. Das Studienbuch richtet sich mit Einführungs- und Quellentexten an Studierende und in Heilberufen tätige Personen und ist insbesondere für den Unterricht ausgelegt.
Themen: Allgemeine Einführung in die medizinische Ethik - Der Hippokratische Eid - Medizin im Nationalsozialismus - Die Berufsordnung - Arzt-Patient-Verhältnis - Forschung am Menschen - Schwangerschaftsabbruch - Ethik in der Psychiatrie und Psychotherapie - Sterbehilfe - Mittelverteilung im Gesundheitswesen - Transplantationsmedizin - Todesbegriff und Hirntodkriterium - Humangenetik - Reproduktionsmedizin - Kinderheilkunde und Jugendmedizin.
 
 Urban Wiesing: "Wer heilt hat Recht?"
"Über Pragmatik und Pluralität in der Medizin", Januar 2004, Schattauer Verlag, Eur 19,95 Die Medizin hat in den letzten Jahren einen unspektakulären, gleichwohl folgenreichen Wandel vollzogen: Mit der evidence based medicine ist sie pragmatischer geworden und hat ihre wissenschaftstheoretischen Grundlagen revidiert. Überdies und unabhängig davon hat sich das Spektrum der therapeutischen Ansätze erweitert. Zumindest in der ärztlichen Praxis konnten sich verschiedenste Therapierichtungen, auch aus der so genannten alternativen Medizin, durchsetzen - nicht zuletzt auf Wunsch der Patienten. Das Buch versucht eine Klärung dieses Wandels hin zur Pragmatik und Pluralität. Inwiefern ist er zu begrüßen und wo sollte er seine Grenzen finden? Dazu werden die historischen Voraussetzungen, die ärztliche Entscheidungsfindung, die evidence based medicine, die alternative Medizin und das Placebo-Phänomen untersucht. Gilt auch in der gegenwärtigen Medizin das alte Motto "Wer heilt, hat Recht"?
 
 Urban Wiesing (in Verbindung mit G. Bockenheimer-Lucius, E. Seidler und G. Marckmann): Diesseits von Hippokrates. 20 Jahre Beiträge zur Ethik in der Medizin.
Gentner Verlag Die medizinische Ethik hat sich als eigenständige akademische Disziplin erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausgebildet. Historisch gesehen ist sie somit eine recht junge Disziplin, doch sie hat bereits in ihrer kurzen Zeit eine "kleine" Geschichte geschrieben - mit ihren ganz individuellen Eigenarten. Die Artikel dieses Bandes erzählen eine "kleine" Geschichte der medizinischen Ethik, insofern sie die Entwicklung des neuen Faches für den deutschen Sprachraum exemplarisch nachverfolgen. In diese Zeit fällt die beginnende Professionalisierung der medizinischen Ethik. Was als "Steckenpferd" einzelner Gelehrter aus anderen Fächern begann, hat sich zur akademischen Disziplin gemausert. Überdies erlauben die Artikel einen Einblick in die thematischen Schwerpunkte der letzten 20 Jahre - gewissermaßen eine chronologische Wiedergabe der öffentlichen Aufmerksamkeit zur Ethik in der Medizin.
 
 Georg Marckmann: Diagnose per Computer? Eine ethische Bewertung medizinischer Expertensysteme, November 2003, Deutscher Arzte-Verlag, Eur 29.95 Computer sind aus dem ärztlichen Alltag kaum mehr wegzudenken. Die meisten Systeme verbessern dabei die Informationsgrundlage ärztlicher Entscheidungen durch eine elektronische Verwaltung der Patientendaten oder eine rechnergestützte Aufbereitung und Darstellung technischer Untersuchungsbefunde. Im Gegensatz zu diesen konventionellen Computeranwendungen, die ärztliche Entscheidungen lediglich indirekt unterstützen, dringen Expertensysteme in einen zentralen Bereich medizinischer Praxis vor, der bislang allein dem ärztlichen Urteil vorbehalten war: die Diagnosestellung. Medizinische Expertensysteme sollen "selbstständig" die Symptome und Befunde der Patienten interpretieren und auf der Grundlage des repräsentierten Wissens Vorschläge zur Diagnose oder Therapie berechnen. Auf der Basis einer Strukturanalyse ärztlichen Denkens und Handelns untersucht Georg Marckmann die Möglichkeiten und Grenzen einer computergestützten Diagnostik und unterzieht denkbare Auswirkungen auf die ärztliche Praxis einer ethischen Bewertung. Aus seiner Analyse leitet er ethisch begründete Empfehlungen zur Entwicklung und Anwendung einer computerbasierten Entscheidungshilfe ab. Der Anhang dokumentiert die 20. Jahresversammlung des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen in der BRD im November 2002.  
 Frank Toepfer, Urban Wiesing (Hg.): Zeit vor Eurer Zeit. Die Autobiographie von Richard Koch., 2004, Frommann Holzboog Verlag, Eur 52,00 Richard Koch (1882-1949) zählt zu den bedeutendsten Medizintheoretikern und -historikern des zwanzigsten Jahrhunderts. Zudem war er Mitbegründer des von Franz Rosenzweig initiierten Freien Jüdischen Lehrhauses in Frankfurt am Main. Die hier erstmals vorgelegten unvollendeten Lebenserinnerungen Kochs entstanden in der sowjetischen Emigration. Sie enden im wesentlichen mit dem Jahr 1911, sind jedoch vielfach bereits aus der Perspektive der Erfahrung des Nationalsozialismus geschrieben. Ausführungen zum Judentum und zur gesellschaftlichen Lage Deutschlands zeigen Koch als scharfen Beobachter des Zeitgeschehens. Die besondere Bedeutung seiner Erinnerungen liegt in der Schilderung der Medizin in einer Phase der Neuorientierung. Koch studierte und arbeitete bei einigen der einflußreichsten und originellsten Klinikern seiner Zeit: Ernst Schwen-inger, Ludolf von Krehl und August Bier. Die autobiographischen Aufzeichnungen dokumentieren die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen vor dem Hintergrund philosophischer und medizintheoretischer Überlegungen und beschreiben Kochs Weg zu seiner Theorie der Medizin.  
 
Jürgen Boomgaarden, Pekka Louhiala, Urban Wiesing (Hg.): Ethical Issues in Medical Research. With the advances of medicine, questions of medical ethics have become more urgent and are now considered of great social and political significance. An innovatively designed, activity-based workbook, this text was prepared using papers and case studies collected from several countries in the European Union. It reflects the issues and concerns that confront clinical practitioners throughout Europe and elsewhere today and presents varying national responses in law and policy to these concerns, as identified by ethicists, lawyers, theologians and practitioners. Jürgen Boomgaarden received his Dr.Theol in 1997. His publications include a book on the theology and philosophy of Dietrich Bonhoeffer. He is Assistant Professor in medical ethics at University of Tübingen. Pekka Louhiala is a pediatrician who also holds a degree in philosophy. He teaches medical ethics at the University of Helsinki and has published on various topics in pediatric epidemiology, medical ethics and philosophy of medicine. Urban Wiesing studied medicine, philosophy, sociology and history of medicine. Since 1998 he has been Professor and Chair of Medical Ethics at the University of Tübingen.
 
 Paul Liening, Georg Marckmann, Urban Wiesing (Hg.): Gerechte Gesundheitsversorgung. Ethische Grundpositionen zur Mittelverteilung im Gesundheitswesen., Februar 2003, Schattauer Verlag, Eur 39,95 Die gerechte Verteilung knapper Mittel in der Gesundheitsversorgung gehört zu den großen ethischen Herausforderungen moderner Gesellschaften - und dies dürfte sich auch in Zukunft kaum ändern. Aufgrund der frühzeitigen Etablierung einer akademischen Bioethik konnten sich in den USA verschiedene anerkannte ethische Grundpositionen zur Mittelverteilung in der Gesundheitsversorgung herausbilden, wie sie in Deutschland bislang vergeblich ihresgleichen suchen. Im ersten Teil des Buches bieten die Beiträge fünf namhafter amerikanischer Bioethiker, die hier erstmals in deutscher Sprache vorliegen, einen umfassenden Einblick in das Spektrum möglicher ethischer Argumente zur Gerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung. Im zweiten Teil des Buches wird die Fragestellung anhand von aktuellen Kontroversen konkretisiert:
Welche Rolle sollte das Alter als Verteilungskriterium spielen?
Welche ethischen Probleme ergeben sich aus dem Konzept der "medizinischen Nutzlosigkeit"?
Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der Prioritätensetzung im US-Staat Oregon ziehen?
 
 Marckmann, Georg (Hrsg.): Gesundheitsversorgung im Alter Zwischen ethischer Verpflichtung und ökonomischem Zwang , Februar 2003, Schattauer Verlag, Eur 29,95 Angesichts anhaltend steigender Gesundheitsausgaben wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen westlichen Industrienationen über die Rationierung medizinischer Leistungen nachgedacht. Gleichzeitig sind die meisten dieser Länder mit einem demografischen Wandel im Altersaufbau der Bevölkerung konfrontiert. Aufgrund sinkender Geburtenziffern und einer steigenden Lebenserwartung wächst nicht nur die absolute Zahl, sondern auch der relative Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Da ältere Menschen in der Regel mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, wird kontrovers diskutiert, ob eine altersabhängige Begrenzung von Gesundheitsleistungen ökonomisch sinnvoll und ethisch zulässig sein könnte. Diesen Fragen widmet sich dieser Band.
Namhafte amerikanische Philosophen erörtern das Problem der "Altersrationierung" aus der Perspektive von drei verschiedenen ethischen Grundpositionen. Kommentare aus ökonomischer und medizinischer Sicht ergänzen jeweils die ethischen Hauptbeiträge und erlauben damit eine umfassendere, interdisziplinäre Darstellung des Problemkontextes. Darüber hinaus bieten die Diskussionsbeiträge einen lebendigen Einblick in die Vielschichtigkeit der medizinischen, ökonomischen und ethischen Argumente zur Frage einer angemessenen Gesundheitsversorgung im Alter.
 
   

 Ehni, Hans-Jörg. Das moralisch Böse ist ein wenig behandeltes Thema in den neueren philosophischen Debatten, obwohl es sich um einen Grundbegriff der Ethik handelt. Nach einer Bestandsaufnahme der neueren Literatur beginnt diese Arbeit daher mit einer Analyse des Wortes »böse« auf der Ebene der alltäglichen Sprache und Moral. Es lassen sich zwei Grundelemente der Wortbedeutung herausarbeiten: »zurechenbar« und »ohne Einschränkung schlecht«. Der Übergang zur philosophischen Ethik zeigt, daß gerade ein Ansatz, der beide Elemente vereinigt, problematisch ist. Wie kann das Böse in seiner vollen Negativität zurechenbar, d.h. bewußt als solches gewollt werden? Eine Antwort auf diese Frage schließt eine entsprechende Bestimmung der Freiheit, der Zurechenbarkeit sowie der Vernunft im Verhältnis zum Bösen ein. Eine vielversprechende Konzeption, die dies leistet, findet sich bei Kant in Form der These des »radikalen Bösen«. Dennoch zeigt sich auch hier, daß gerade das Bewußtsein, das mit dem bösen Willen verknüpft ist, schwer zu verstehen ist. Dieses Bewußtsein ist auch eines der zentralen Themen in der frühen Philosophie Paul Ricœurs und ein entscheidender Antrieb dafür, daß er seine Position von einer phänomenologischen zu einer hermeneutischen Philosophie weiterentwickelte. In diesem Zusammenhang wird diese Entwicklung untersucht, Ricœurs Verhältnis zu Kant und sein besonderer Ansatz in der Ethik. Als systematischer Ertrag und Ausblick auf eine vollständige Theorie des moralisch Bösen zeigt sich seine Idee einer Empirie des Willens als hermeneutische Untersuchung der Erscheinungsformen des Bösen.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 14. Juli 2013 )